Therapie bei Psoriasis

Ein Leben ohne Plaques?

Von Milena Kleffel · 2018

Frauen spielen mit Konfetti. Thema: Therapie bei Psoriasis

Ein ganz normales Leben führen, das ist der sehnlichste Wunsch von Menschen mit Schuppenflechte. Denn zu den körperlichen Beschwerden kommt die seelische Belastung durch Vorurteile und Stigmatisierung. Welche Therapien stehen Betroffenen zur Verfügung? Und warum steht das Immunsystem im Fokus der Forschung?

Im Bikini am Badestrand liegen oder mit kurzer Hose durch die Fußgängerzone schlendern: Für die meisten Menschen ist das in der warmen Jahreszeit völlig selbstverständlich. Für Menschen mit Psoriasis hingegen nicht: Schiefe Blicke, die Ekel und Angst vor Ansteckung ausdrücken, können die sommerliche Hochstimmung schnell verderben. Dabei ist Schuppenflechte vor allem eines: nicht ansteckend. 

Allein in Deutschland leben rund zwei Millionen Betroffene, weltweit über 120 Millionen. Ein ernst zu nehmendes globales Problem, weshalb die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2014 die Psoriasis offiziell als schwere nichtinfektiöse Krankheit anerkannt hat. 2016 folgte die Veröffentlichung des globalen Reports, im Rahmen dessen 4.500 Betroffene befragt worden sind. Das erklärte Ziel: die medizinische Versorgung und die soziale Integration der Patienten verbessern. 

Belastung durch sichtbare Symptome

Dass man ihnen ihre Erkrankung nicht mehr ansieht, das wünschen sich laut Umfrage 93 Prozent der Befragten von der Behandlung. Der Grund: In der Regel zeigt sich die chronisch-entzündliche Erkrankung mit heftigen und unübersehbaren Hautentzündungen. Die roten Papeln und Plaques, meist von weißen oder silbernen Schuppen bedeckt, können am gesamten Körper und den Nägeln auftreten und mitunter einen starken Juckreiz und Schmerzen verursachen. Da die genauen Ursachen nicht geklärt sind, richtet sich die Behandlung bislang auf die Bekämpfung der Symptome – was dank der großen Bandbreite an Therapien heutzutage in der Regel gut gelingt.

Quelle: WHO-Bericht zur Schuppenflechte, 2016

Therapie bei Psoriasis: Großes Behandlungsspektrum 

Die Wirkung von Lokaltherapien mit verschiedenen Wirkstoffen in Creme- und Salbenform kann durch eine sogenannte Phototherapie ergänzt und verstärkt werden. Hierbei werden die betroffenen Hautstellen zusätzlich mit UV-Licht bestrahlt. Für eine systemische, also innerliche Therapie in Form von Tabletten, Spritzen oder Infusionen gibt es ebenfalls eine ganze Reihe von Substanzen. Sie setzen allesamt am Immunsystem an, da immunologische Prozesse eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Psoriasis spielen. Von besonderer Bedeutung ist inzwischen der Einsatz sogenannter Biologika bei mittelschwerer und schwerer Schuppenflechte. Diese neuartigen Stoffe werden aus Zellkulturen gewonnen und hemmen gezielt körpereigene Stoffe, die für die Entzündung mitverantwortlich sind. Nicht selten sorgen sie für ein komplettes Verschwinden der Symptome. Der Traum vom unbeschwerten Sommer ist also auch für Menschen mit Schuppenflechte möglich durch effiziente Therapien – und offene, aufgeklärte Mitmenschen.

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