Rosazea-Pflege

Herausforderung kalte Jahreszeit

Von Nadin Schley · 2019

Nasskalte Wintertage und trockene Heizungsluft sind für die empfindliche Rosazea-Gesichtshaut eine große Herausforderung. Die Haut der Betroffenen braucht deshalb besonders im Winter intensiven Schutz und Pflege. Eine Therapie kombiniert mit spezieller Rosazea-Kosmetik hilft Schübe zu minimieren.

Porträt einer Frau: die eine Hälfte ihres Gesichts ist makellos, die andere gerötet und vernarbt.
Menschen mit Rosazea leiden unter geröteter Haut im Gesicht. Foto: iStock / nemchinowa

Besonders im Winter sehen Apfelbäckchen frisch und gesund aus. Manchmal steckt aber eine ernst zu nehmende Erkrankung hinter den roten Wangen: Die Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die sich meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr entwickelt. In Deutschland leben circa vier Millionen Betroffene, wobei Frauen und Personen helleren Hauttyps häufiger darunter leiden. Spätestens, wenn sich entzündete Papeln und Pusteln sowie deutlich sichtbare Rötungen auf den Wangen bilden, ist die Hautveränderung medizinisch ernst zu nehmen. Die Beschwerden können durch bestimmte Faktoren wie Stress, Alkohol, scharfe Gewürze und Speisen verstärkt werden. 

Rosazea-Pflege: Sonnenschutz auch im Winter wichtig

Auch der Wechsel von kalten Außentemperaturen zu beheizten trockenen Räumen stimuliert die Erweiterung der Blutgefäße und begünstigt somit plötzlich auftretende Rötungen. Ein erheblicher Reizfaktor ist die Sonneneinstrahlung, die auch im Winter nicht zu vernachlässigen ist. Besonders in höheren Lagen, aber auch in unseren Breiten, sollten Betroffene deshalb konsequent auf eine ausreichende Pflege mit mindestens Lichtschutzfaktor 20 achten. „Außerdem sollte eine Creme mit einem physikalischen Lichtschutz verwendet werden, etwa mit Zinkoxid oder Titandioxid. Diese werden von den Patienten oft besser vertragen als die chemischen oder organischen Filter“, rät Prof. Dr. Dr. Michael Haufs, Facharzt für Hautkrankheiten in Münster. 

Therapie vom Stadium abhängig

Die Haut mit der richtigen Pflege zu schützen ist wichtig. Zusätzlich sollte jedoch auch eine Therapie erfolgen. „Wichtig ist ein ausführliches Patientengespräch, in dem der oder die Betroffene über die Krankheit, ihren möglichen Verlauf, die Therapiemöglichkeiten und die Vermeidung der Triggerfaktoren aufgeklärt wird“, so der Experte. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird der Hautarzt eine äußerliche, antientzündliche Therapie oder auch die Einnahme von Antibiotika verordnen. Für Betroffene, die dem Einsatz von Antibiotika – Stichwort Antibiotika-Resistenz – kritisch gegenüberstehen oder unter Nebenwirkungen einer verschreibungspflichtigen Therapie leiden, gibt es in der Apotheke gut verträgliche, antibiotikafreie Therapiealternativen. Allgemein gilt: Rosazea ist behandelbar, aber Betroffene brauchen Geduld.

Pflege-Tipps

Bei Rosazea sollte auf eine pH-neutrale Hautpflege geachtet werden. So können zum Beispiel milde Reinigungsfluide, feuchtigkeitsspendende Emulsionen sowie Hydro- und Lipogele verwendet werden. Wichtig: Die Pflege sollte einen geringen Lipidanteil haben – also Hände weg von reichhaltiger, schwerer Hautcreme.

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