Akne behandeln

Mehr als unreine Haut

Von Tobias Lemser · 2019

Unter Akne leiden nicht nur Jugendliche in der Pubertät, auch Erwachsene können von Pickeln, Pusteln und damit einhergehenden Entzündungen betroffen sein. Gerade im Winter blüht die Hauterkrankung auf. Doch warum ist das so und welche Pflege- und Verhaltenstipps helfen? Neue Aufschlüsse gibt eine aktuelle Ernährungsstudie.

Frau mit einer Schlammmaske im Gesicht
Foto: iStock/Iuliia Zavalishina

Zumeist beginnt es nach Einsetzen der Pubertät: Pickel über Pickel übersäen das Gesicht und sorgen für Fassungslosigkeit beim Blick in den Spiegel. Einziger Trost für viele der betroffenen Jugendlichen: Rund 80 Prozent von ihnen – zumeist sind es Jungen – müssen durch die „Pickel-Phase“ durch. Und: Zumeist verschwinden die durch den veränderten Hormonhaushalt hervorgerufenen Pusteln von allein. Jedoch nicht bei allen. Bis zu 20 Prozent der Leidgeplagten müssen über das 20. bis 25. Lebensjahr hinaus damit leben. 

Doch woher kommt die sogenannte Akne vulgaris? Auslöser bei Erwachsenen können hormonelle Störungen, Kosmetika oder bestimmte Medikamente wie Kortison sein. Die Folge: Eine Überproduktion von Talg und eine starke Verhornung der Hautporen, die eine Verstopfung der Talgdrüsen begünstigt. 

Wie stark Akne ausgeprägt ist, hängt auch von der Jahreszeit ab. Gerade in den Wintermonaten verschlimmern sich häufig die Symptome. Neben kaltem Wind, der die ohnehin vorbelastete Haut reizt und die Schutzschicht dünner macht, greift ebenso trockene Heizungsluft die Haut an. Folge: Unsere Körperhülle platzt häufiger auf, Entzündungen nehmen zu und die Akne weitet sich aus. 

Hoher Glykämischer Index 

Und welchen Einfluss hat die Ernährung? Einen nicht unerheblichen, wie eine Studie unter mehr als 6.700 Menschen in Nord- und Südamerika und in Europa bestätigt. Demnach litten diejenigen häufiger unter Akne, die bevorzugt Zuckergetränke, Süßigkeiten und Schokolade zu sich nahmen. Ganz überraschend kommt diese Erkenntnis nicht: Denn man weiß, dass gerade der Verzehr von fettigen und zuckerhaltigen Lebensmitteln die Produktion von Talg fördert und mit Pickeln einhergehen kann.

Stichwort Glykämischer Index: Dieser gibt an, inwieweit ein kohlenhydratreiches Lebensmittel den Blutzucker über den Normalwert anhebt. Hochglykämische Produkte, wie etwa Weißzucker, aber auch Kartoffeln, Mais oder Bananen setzen Kohlenhydrate schnell im Körper frei und sorgen für eine hohe Ausschüttung von Insulin. Dieses wiederum stimuliert indirekt ebenso Androgene – Hormone, die ihrerseits dafür sorgen, dass überschüssiger Talg produziert wird und zur Verstopfung der Talgdrüsen führt.

Deshalb raten Experten, stattdessen auf einen hohen Ballaststoffanteil in Form von Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten zu achten. Aber auch Milcheiweiß ist eher zu meiden, da es eine hormonelle Wirkung hat und Akne verschlimmern kann. Milchfreie Alternativen sind zum Beispiel ungesüßte Hafer-, Soja- oder Mandelmilch.

Quelle: iStock / solar22

Akne behandeln: Auf die Inhaltsstoffe kommt es an

Was können Betroffene sonst noch tun, um Akne in den Griff zu bekommen? Bei leichten Formen genügen oft freiverkäufliche Reinigungswässer, -tinkturen und Cremes. Experten raten, entzündete Pickel antibakteriell und entzündungshemmend zu behandeln. Dafür besonders geeignet sind Zinkoxid sowie Produkte mit Teebaumöl oder Schwefelanteil. Diese kühlen und beruhigen die angegriffene Haut, wodurch Rötungen gelindert werden. 

Der wichtigste Tipp, den viele gern einmal vergessen: Pickel niemals ausdrücken, da sich die Entzündung sonst sogar noch verschlimmern kann. Stattdessen sollten sich Leidgeplagte so früh wie möglich dermatologisch oder kosmetisch behandeln lassen – auch um Narbenbildung und damit einhergehende psychologische Auswirkungen zu vermeiden.

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