Berufsbedingte Hautkrankheiten

Wenn der Job zum Gesundheitsrisiko wird

Von Tobias Lemser · 2018

Wenn der Job zum Gesundheitsrisiko wird

Hautkrankheiten, die durch die Arbeit ausgelöst werden, gehören zu den häufigsten gemeldeten Erkrankungen bei Erwerbstätigen. Oberstes Ziel ist es dann, die geschädigte Haut zu heilen, damit der Mitarbeiter in seinem Beruf verbleiben kann. Welche Branchen sind insbesondere betroffen und wie können Unternehmen den Hauterkrankungen am besten vorbeugen?

Wer gerne im Garten hantiert oder den Putzlappen schwingt, kennt das Problem: Trockene, spröde und rissige Haut an den Händen ist zumeist die Folge. Das Gute: Mit einer reichhaltigen Creme regeneriert sich unser größtes Organ in der Regel schnell wieder von selbst. Anders, wer sich tagtäglich hautschädigenden Stoffen aussetzen muss, wie etwa Reinigungspersonal, Friseure oder Arbeiter in der Metall- und Baubranche.

Chemische Einflüsse

Zwar sind die fraglichen Stoffe oft nur gering hautschädigend, dringen sie jedoch über längere Zeiträume wiederholt in die Haut ein, greifen sie in die Reparaturmechanismen ein. Folge: Hautschäden summieren sich und es können chronische Entzündungen entstehen. Experten sprechen dann von einer berufsbedingten Hautkrankheit. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind Hautkrankheiten mit rund 30 Prozent die mit Abstand am häufigsten gemeldeten Erkrankungen bei Erwerbstätigen. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 19.641 Fälle bestätigt. Besonders häufig sind Handexzeme. Diese zumeist mit schmerzhaften Hautrissen einhergehenden Entzündungen der Haut werden überwiegend durch den wiederholten Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln hervorgerufen. 

Prävention: ein Gewinn für alle

Aus Sicht der Betroffenen, für die die Erkrankung eine persönliche Belastung ist, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen für die Unternehmen selbst, sind Prävention und ein umfassender Arbeitsschutz besonders wichtig. Denn häufige Krankmeldungen, Umschulungen und Behandlungen sind für Unternehmen kostspielig. Doch was können Arbeitgeber zum Schutz ihrer Mitarbeiter tun? Effektive vorbeugende Maßnahmen sind beispielsweise das Tragen von Schutzhandschuhen und die Verwendung von Hautschutzmitteln sowie der Ersatz gefährlicher Arbeitsstoffe durch Stoffe mit geringerem Gefährdungspotenzial.

Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV, Bestätigte BK-Fälle 2016

Berufsbedingte Hautkrankheiten: Gefährliche Sonnenbrände

Ebenso problematisch, gerade für Bauarbeiter und Dachdecker, ist die durch Sonnenlicht hervorgerufene UV-Strahlung – laut Wissenschaftlern die Ursache Nummer eins für bestimmte Hautkrebserkrankungen. Grund, weshalb das Bundesministerium für Arbeit und Soziales vor drei Jahren das Plattenepithelkarzinom und seine Vorstufen – sogenannte multiple aktinische Keratosen – als neue Berufskrankheit anerkannt. Insgesamt 3.723 gemeldete Fälle in 2016 belegen die Relevanz. Wichtig zum Schutz vor Hautkrebs: alle Formen von Abschattungen sowie das Vermeiden intensivster Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden. Treten dennoch Hautveränderungen auf, sollten Betroffene frühzeitig den Betriebs- oder Hautarzt aufsuchen, um gefährlichen Hautkrebs oder unangenehme Hautreizungen direkt im Keim zu ersticken.

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