Psoriasis

Allen Patienten leitliniengerechte Behandlung ermöglichen

Von Nadine Effert · 2018

Prof. Dr. Matthias Augustin ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie und Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und Pflegeberufe (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er berichtet über die Sonnen- und Schattenseiten der Versorgungssituation von Psoriasis-Patienten in Deutschland.

Sportlerin beim Müsliessen
Ein gesunder Lebensstil trägt zum Therapieerfolg bei.

Was hat sich in puncto Versorgungsqualität in den letzten zehn Jahren getan?

Sehr viel, denn die Chance auf Abheilung der Haut und Wiederherstellung der Lebensqualität sind für die Patienten heute größer denn je. Innovationen im Arzneimittelbereich ermöglichten einen Quantensprung in der Behandlung insbesondere von Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis, von denen etwa 400.000 in Deutschland leben. Durch diesen Technologieschub sind auch mehr Strukturen und Standards entstanden, Stichwort Leitlinien und Psoriasis-Netzwerke. Die Fortschritte wurden von einem Teil der Versorgenden mitgetragen, indem es nun einen höheren Anteil an Dermatologen gibt, die sich für Psoriasis engagieren, von Innovationen Gebrauch machen und erkannt haben, dass diese ihren Patienten unmittelbar und messbar nutzen. 

Porträt von Prof. Dr. Matthias Augustin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Prof. Dr. Matthias Augustin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Der Patientennutzen scheint grundsätzlich mehr in den Fokus gerückt zu sein.

Das ist richtig. Es gab einen regelrechten Paradigmenwechsel hin zu einer patientenorientierten medizinischen Versorgung, in welcher der Aspekt Lebensqualität eine prominente Rolle spielt. 

Der Patientennutzen und dessen Bewertung haben einen höheren Stellwert erlangt, in der Forschung und in der Versorgung. Und das ist mehr als begrüßenswert, da wir mit zahlreichen bundesweit durchgeführten Studien bestätigen konnten, dass dort, wo moderne Therapeutika zum Einsatz kommen, die Versorgungsqualität und die Lebensqualität signifikant besser sind. Und dass jene Ärzte, die sich für eine derartige Versorgung engagieren – das sind derzeit etwa ein Drittel der Dermatologen in Deutschland – die glücklicheren und zufriedeneren Patienten haben. 

Wo konkret gibt es bei der Behandlung von Psoriasis noch Defizite?

Zum einen in Bezug auf den fehlenden Zugang zu einer leitliniengerechten Versorgung für alle Patienten. Etwa 55 Prozent der Patienten mit schwerer Psoriasis werden immer noch unzureichend oder falsch versorgt. Zudem ist die Versorgungssituation für Patienten in den nördlichen und östlichen Bundesländern besser als im Süden. Auch haben jene Dermatologen, die sich leitlinienkonform um ihre Patienten kümmern, wirtschaftliche Nachteile, weil der erforderliche Mehraufwand für die komplexe Behandlung nicht hinreichend vergütet wird. Hier sind die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen gefragt. Es braucht ein Commitment aller Beteiligten. Jeder Patient hat einen Anspruch auf eine leitliniengerechte, zeitgemäße Versorgung, in der zudem ein informierter Patient gefordert ist, der an den Behandlungsentscheidungen aktiv teil hat.

So finden Sie einen Spezialisten für Psoriasis

PsoNet – Regionale Psoriasisnetze Deutschland (www.psonet.de) bietet eine Online-Kartensuche mit entsprechenden Praxen und Kliniken. 

Die im PsoNetz organisierten Ärzte haben sich einer leitliniengerechten Behandlung selbstverpflichtet.

Ärzte mit dem DDA-Zertifikat „Psoriasis“ verfügen über umfassende Kenntnisse in der Diagnostik und Therapie, die über den hautfachärztlichen Standard hinausgehen. 

Auch der Deutsche Psoriasis Bund e. V. (DPB) hat ein Ärzteverzeichnis, das allerdings Mitgliedern vorbehalten ist.

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