Hautirritationen

Zum aus der Haut fahren?

Von Nadine Effert · 2018

Rötungen, Schuppen, Quaddeln: Bei immer mehr Menschen rebelliert die Haut. Nicht immer lassen sich die Veränderungen verstecken. Mit der Folge, dass Körper und Seele umso mehr leiden. Das Problem: Es gibt sehr viele Auslöser und unterschiedlichste Symptome. Dennoch: Ist die Diagnose gestellt, kann selbst Menschen mit chronischen Leiden heutzutage gut geholfen werden – sie müssen nur wissen wie.

Eine Menschenmenge; Thema: Hautirritationen

Wenn die Haut eines ist, dann ein echtes Multitalent: Das Organ dient der Sinneswahrnehmung, reguliert Temperatur- und Wasserhaushalt und sie schützt unseren Organismus vor schädlichen Einflüssen. Wie sie das macht? Zum Beispiel mit über vier Millionen Rezeptoren. Diese sind wie eine Art Außenfühler permanent auf Empfang und lassen uns Kälte, Hitze, Schmerzen und – Achtung, hier kommt auch etwas Schönes – bei Berührungen Glück und Lust empfinden. Die Haut, die übrigens im Durchschnitt zwei Quadratmeter groß ist und stolze zehn Kilogramm wiegt, ist auch eine 1A-Klimaanlage: Bei Hitze etwa gibt sie Verdunstungswärme ab, um die inneren Organe vor Überhitzung zu schützen – aktive Schweißdrüsen lassen grüßen. Die Haut ist zudem ein uns von Mutter Natur zur Verfügung gestellter Bodyguard. Er schützt uns vor mechanischen Einwirkungen wie Stößen und stellt sich Keimen, Bakterien und anderen schädlichen Erregern furchtlos in den Weg. Doch auch der weltbeste Bodyguard schwächelt mal oder wird krank. 

Dermatosen: häufigste Berufskrankheit 

Schädliche Umwelteinflüsse, wie Luftschadstoffe und bedenkliche Substanzen in Kleidung, Hautpflegemitteln und Kosmetika, schlechte Ernährung, Stress: Alle diese Faktoren können sich auf die Hautgesundheit auswirken – sei es in Form von Pickeln, Rötungen, Ausschlägen oder Ekzemen. Über 20 Prozent der Deutschen haben Probleme mit ihrer Haut. Das Ekzem ist mit einer Prävalenz von bis zu 20 Prozent die häufigste Hautkrankheit. Von der Entzündung, die sich in der typischen Abfolge Hautrötung, Bläschenbildung, Nässen, Krustenbildung und Schuppung äußert, ist so gut wie jeder Mensch im Laufe seines Lebens einmal betroffen. Ekzeme haben zudem eine große Bedeutung als Berufskrankheit. Ein Gros der in 2016 von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) knapp 20.000 gemeldeten Fälle von Hautkrankheiten geht auf sein Konto. Auch im Fokus: Hautkrebs. Heller Hautkrebs oder ak­tinische Keratose durch Sonnenstrahlung kann seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt werden. „Bei Tätigkeiten im Freien können Beschäftigte das Mehrfache einer Sonnenbranddosis am Tag abbekommen. Das ist eine extreme Belastung für die Haut“, sagt Dr. Marc Wittlich vom In­stitut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) und verweist auf die gesetzliche Verpflichtung für Arbeitgeber in Sachen berufliche Hautschutzmaßnahmen.

Quelle: Grass Roots, 2018

Sonne: eine ambivalente Freundschaft

Die Haut hat es aber auch nicht leicht – und zwar nicht nur die von denen, die viel mit Reizstoffen oder im Freien arbeiten müssen. Allein die unterschiedlichen Jahreszeiten können ihr schwer zu schaffen machen: Nachdem die Haut in den Wintermonaten mit trockener Heizungsluft und klirrender Kälte konfrontiert worden ist, wird das Organ nun Sonne, Hitze sowie Chlor- und Salzwasser ausgesetzt. Sonnenallergie und Ma­llorca-Akne sind für viele Deutsche die Schattenseite der lang ersehnten Urlaubszeit. Auch wenn Experten stets die Empfehlung aussprechen, im Sommer den Körper der Haut zuliebe bedeckt zu halten, ganz ehrlich, wer setzt den Ratschlag bei 25 Grad Celsius aufwärts schon freiwillig in die Tat um? Zumal das Sonnenlicht auch sehr positive Wirkungen hat – zum Beispiel auf die Stimmung und die Bildung von Vitamin D, das für den Knochenbau, die Muskulatur und das Immunsystem wichtig ist. Die Lösung: sich und seine Haut vor UV-Licht mittels Cremes und Co. schützen. Das verlangsamt nicht nur den Hautalterungsprozess, sondern senkt auch das Risiko für Hautkrebs. 

Hautirritationen: Hilfe zur Selbsthilfe 

Ob auffällige Muttermale, Rötungen oder Ausschlag – Veränderungen auf der Epidermis können ein Alarmzeichen sein. Der Blick eines Dermatologen auf die Haut gibt Aufschluss, die Behandlung kann im Einzelfall auch eine Chronifizierung einer Krankheit verhindern. Seiner Haut Aufmerksamkeit zu schenken, sie zu hegen und zu pflegen, ist genauso wichtig, wie die Akzeptanz und das Verstehen der Hauterkrankung, um medizinische Therapien konsequent umzusetzen.

Einen großen Beitrag hierzu leisten die zahlreichen Patienten- und Selbsthilfeorganisationen in Deutschland, wie die Bundesvereinigung Haut. „Ziel ist es unter anderem, Erkrankte mit ihrem Leiden nicht allein zu lassen und die gesellschaftliche Akzeptanz für die Erkrankung durch gezielte Informationen zu erhöhen“, so die Deutsche Haut- und Allergiehilfe. Im Fokus stehen Hautkrankheiten, die bis heute nicht geheilt werden können: Allein rund vier Millionen Neurodermitiker und zwei Millionen Patienten, die unter einer chronischen Schuppenflechte leiden, leben in Deutschland. Selbst Pharmaunternehmen, die Betroffenen bereits mit innovativen Therapien gegen die Beschwerden helfen, haben jüngst erkannt, wie wichtig ein durchgängiges Hautmanagement auch außerhalb von Schüben ist und dass Patienten und Ärzte im alltäglichen Umgang mit der Krankheit Support benötigen. Das Resultat sind speziell aufgestellte Unterstützungsprogramme, wie zum Beispiel die Website bewegbereiter.de von Janssen-Cilag für Psoriasis-Patienten, Roche mit rheumahelden.de oder Lilly Deutschland mit schuppenflechte-beschwerdefrei.de. Neben umfassenden Informationen gibt es Erfahrungsberichte von Ärzten und Patienten, die zu einer registrierten Teilnahme motivieren, sowie Datenbänke, welche die Suche nach Spezialisten in der Nähe erleichtern sollen. Denn nicht selten haben viele Betroffene eine regelrechte Odyssee hinter sich, bevor sie endlich an einen auf Neurodermitis oder Psoriasis spezialisierten Dermatologen geraten. Expertise ist bei allen Beteiligten wichtig, denn letztlich ist die Haut ein genauso lebenswichtiges Organ wie das Herz oder das Gehirn.

Jeder fünfte deutsche Erwachsene leidet unter seiner Haut  

Einige Hautprobleme sind selten oder eher harmlos, andere sehr häufig und teilweise sogar tödlich. Neben leichteren Hautirritationen sind vier Millionen Deutsche zum Beispiel an Neurodermitis und zwei Millionen an Psoriasis erkrankt. Hautkrebs zählt heute zu den häufigsten Krebsarten überhaupt.

Typische Hautirritationen sind:

  • Rötungen

  • Juckreiz

  • Quaddeln

  • Bläschen

  • schuppende Haut

  • nässende Haut

  • Trockenheit

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