Abszess

„Mein Name ist Robert und ich habe einen Abszess“

Von Reflex Redaktion · 2019

Jeder erinnert sich an die nervigen Pusteln der Pubertät, die den morgendlichen Blick in den Spiegel in eine Mutprobe verwandeln. Wer Pech hat, kämpft bis ins Erwachsenenalter mit Hautproblemen. Erfreulicherweise sind die Eiterbläschen meist ungefährlich und verschwinden von selbst. Aber Pickel ist nicht gleich Pickel. Manchmal – wie im Falle eines Abszesses – können Eiteransammlungen lebensbedrohlich werden.

Eine Frau fasst sich an den Po. Thema: Abszess
Foto: iStock/Victor_69

Das besonders Gefährliche daran: Das Problem ist Betroffenen oft so unangenehm, dass sie erst spät Hilfe suchen. Freunden und Familie wird die unansehnliche Beule – insbesondere beim gar nicht seltenen Abszess am Po – verschwiegen, der Arztbesuch wird hinausgezögert. Wertvolle Zeit verstreicht. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abszess von allein abheilt, ist niedrig.

Was ist ein Abszess?

Ein Abszess, auch Eiterbeule genannt, ist eine abgekapselte Ansammlung von Eiter, die durch entzündliche Gewebseinschmelzung entsteht. Er bildet sich in einer nicht vorgeformten Körperhöhle und ist oft an einer Rötung, Überwärmung und Schwellung an der Hautoberfläche zu erkennen, die mit einem Spannungsgefühl einhergeht. Wobei das nicht immer sein muss. Ein Abszess kann sich auch in den Tiefen des Körpers verstecken und unspezifische Symptome verursachen.

Was sind die Symptome einer Eiterbeule und wie diagnostiziert man einen Abszess?

Zeichen dafür, dass der Körper gegen einen Abszess kämpft, sind neben der eben bereits genannten Rötung, Überwärmung und einem Spannungsgefühl, Fieber und Schüttelfrost. Bei Fieber sollte unbedingt ein Hausarzt aufgesucht werden, da die Gefahr einer Blutvergiftung droht. Im Labor geben ansteigende Entzündungswerte wie CRP und Leukozyten Aufschluss über den Schweregrad der Infektion. Weitere Diagnostik per Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie hilft, die Größe der Flüssigkeitsansammlung einzuschätzen. Tritt bei Punktion Eiter aus und ergibt das Resistogramm positive Bakterienkulturen, ist klar: Es handelt sich um einen Abszess.

Wie entsteht ein Abszess?

Nicht immer liegt eine klare äußere Ursache vor, wenn ein Abszess dem Körper zu Schaffen macht. Wenn doch, dann kann der Ursprung des Übels darin zu finden sein, dass Bakterien in den Körper eingedrungen sind, zum Beispiel bei einer Operation, durch eine nicht sterile Spritze oder einen Fremdkörper. Begünstigt wird die Bildung durch eine schwache Abwehr. Tritt der Abszess chronisch auf, kann der Verursacher Staphylococcus Aureus sein. 

Prinzipiell kann ein Abszess überall am Körper entstehen. Aber es gibt Stellen, an denen er bevorzugt auftritt, zum Beispiel am After oder im Intimbereich, wo sich von Natur aus viele Bakterien aufhalten. 

Was sind Komplikationen?

Bei nicht ausreichender oder unsachgemäßer Behandlung kann die Eiterbeule sich durch die Haut fistelnd entleeren oder in Körperhöhlen oder Hohlorgane einbrechen. Wenn Eiter in die Blutbahn gelangt, wird es ernst. Dann kann der Abszess streuen und an anderen Stellen im Körper weitere Abszesse bilden, zum Beispiel im Hirn oder anderen Organen. Im schlimmsten Fall führt das zu einer Blutvergiftung und zum Tod des Betroffenen

Wie therapiert man einen Abszess?

So weit muss es aber natürlich nicht kommen. Durch operatives Öffnen und Abfließenlassen des Eiters lassen sich Abszesse meist gut behandeln. Der Eingriff erfolgt – je nach Schweregrad der Eiterbeule – durch einen Hausarzt oder Chirurgen und hat zum Ziel, den gesamten Inhalt der Beule zu entfernen. Ist das nicht möglich, wird eine Drainage gelegt, die dabei helfen soll, neu entstehenden Eiter aus dem Körper zu leiten. Unterstützend werden Antibiotika eingesetzt. Sie sollen die bakterielle Entzündung zusätzlich eindämmen. Je nach Erreger kommen dabei unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Was selten vorkommt, aber nicht unmöglich ist: Abszesse können neben Bakterien auch von Parasiten wie Amöben verursacht werden.

Ein Abszess sollte übrigens auf gar keinen Fall im Alleingang geöffnet werden. Das Verletzungsrisiko und die Gefahr, dass sich die Infektion verschlimmert, sind groß.

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