Hautkrebs

Die unterschätzte Gefahr von oben

Von Tobias Lemser · 2018

Noch immer nehmen viele Menschen die Folgen eines möglichen Sonnenbrandes nicht ernst. Obwohl feststeht: Wer sich häufig ungeschützt UV-Strahlung aussetzt, erhöht sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Dabei sind präventive Maßnahmen leicht umzusetzen. Worauf es ankommt und warum ein regelmäßiges Screening lebensrettend sein kann.

Berglandschaft im Sonnenaufgang. Sonneneinstrahlung kann das Hautkrebsrisiko erhöhen

Aufs Rad und ab in die Natur oder ins nächste Freibad für einen Sprung ins kühle Nass: Für viele Menschen gibt es in den warmen Monaten des Jahres nichts Schöneres als endlich wieder draußen zu sein. Was viele unterschätzen: Auch die Frühlingssonne hat bereits Strahlkraft. Deshalb ist ein effektiver Sonnenschutz besonders wichtig und die beste Prävention vor Hautkrebs. 

Steigende Krebszahlen

Rund 100.000 Patienten wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2015 mit dieser Diagnose stationär behandelt. Dies bedeutet einen Anstieg um 17 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Während knapp ein Viertel der Patienten wegen eines bösartigen Tumors in Behandlung war, wurde bei gut drei Viertel der Untersuchten heller Hautkrebs diagnostiziert. Größter Unterschied beider Krebsformen: Der helle Hautkrebs geht in der Regel mit 60 Jahren los, der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, hingegen kann deutlich früher auftreten und bildet häufiger Metastasen. Jedes Jahr sterben bis zu 3.000 Menschen an dieser sich schnell über das Lymphgefäßsystem und die Blutbahn ausbreitenden Krebsform. Das müsste nicht sein, denn generell gilt: Je früher Krebs erkannt wird, desto höher die Heilungschancen. Im Fall von Hautkrebs im Frühstadium liegen sie bei nahezu 100 Prozent.

Hautkrebs: Vorsorge ist der beste Schutz

Eine der wichtigsten präventiven Maßnahmen ist die regelmäßige Inspektion der Körperhülle nach Auffälligkeiten. Warnsignale können asymmetrische, verschiedenfarbige und mehr als fünf Millimeter große Hautflecken mit verwaschenen Rändern sein. Dann heißt es, unbedingt einen Dermatologen aufzusuchen. Zudem raten Experten alle zwei Jahre zu einem Hautkrebscheck, bei dem die ganze Haut am Körper vom Scheitel bis zur Sohle überprüft wird. Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 35. Lebensjahr Anspruch auf diese Früherkennungsmaßnahme, die Leben retten kann. Darüber hinaus gibt es wichtige Regeln für den Alltag: zum Beispiel starke Sonneneinstrahlung, vor allem während der Mittagszeit, meiden. Als Kleidung eignen sich dunkle, fest gewebte Stoffe aus Polyester und Jeansstoff. Sie halten mehr UV-Licht ab als leichte Baumwollstoffe, Leinen oder Seide. Auch gibt es spezielle UV-Schutz-Kleidung aus atmungsaktiven und schnell trocknenden Materialien, die insbesondere für Outdoor-Sportler sinnvoll ist. Nicht zu vergessen das regelmäßige und komplette Eincremen mit Sonnenmilch – idealerweise mit einem hohen Lichtschutzfaktor –, um Sonnenbrand zu vermeiden und das Risiko für Hautkrebs zu reduzieren.

Harmloser Leberfleck oder Hautkrebs?

Auch wer regelmäßig zum Hautkrebs-Screening geht, sollte seine Haut selbst ab und an unter die Lupe nehmen. Laut Deutscher Krebsgesellschaft ist die eigene Beobachtungsgabe sehr wichtig zur Früherkennung von Hautkrebs. Da dieser sehr unterschiedlich aussehen kann, ist die sogenannte ABCDE-Regel hilfreich, um erste Anzeichen zu erkennen.

A steht für Asymmetrie – eine ungleichmäßige, asymmetrische Form ist ein Warnsignal. 

B steht für Begrenzung – verwaschene, unebene
und raue Ränder können ein Hinweis auf Hautkrebs sein.

C steht für Color, also Farbe – treten unterschiedliche Färbungen, hellere und dunklere Flecken in einem Mal auf, sollte es vom Arzt untersucht werden. 

D wie Durchmesser – ist dieser an der breitesten Stelle größer als fünf Millimeter oder hat das Pigmentmal eine Halbkugelform, ist eine ärztliche Kontrolle ratsam. 

E steht für Entwicklung – hat sich ein Muttermal in den vergangenen drei Monaten verändert, ist das ebenfalls ein Grund, zum Arzt zu gehen.

Schon wenn eines der genannten Merkmale zutrifft, sollten Sie den entsprechenden Leberfleck von Ihrem Arzt untersuchen lassen! TIPP: Beziehen Sie auch die Finger, Zehen und deren Zwischenräume sowie Fußsohlen und Ohren mit in die Untersuchung ein!

Quelle: www.krebsgesellschaft.de

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