Abgekapselte Eiteransammlungen

Handhygiene: Sauber, aber rissig

Von Sarah Schrott · 2021

Kleine Risse und Verletzungen der Haut – wie sie auch durch intensives Händewaschen und Desinfizieren entstehen können – sind meist ungefährlich. In manchen Fällen können sich daraus jedoch schmerzhafte Entzündungen der Haut entwickeln. Abszesse müssen adäquat behandelt werden.

Ein Foto von eingeseiften Händen
Häufiges Händewaschen trocknet die Haut aus und macht sie anfälliger für Infektionen. Foto: iStock/AlexRaths

Wir haben nicht nur über ein Jahr Pandemie hinter uns, sondern auch intensive Handhygiene, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Waschen, desinfizieren, waschen, desinfizieren – das tägliche Prozedere bleibt nicht immer ohne Folgen für unsere Haut. Diese besitzt nämlich einen eigenen Säureschutzmantel, bestehend aus Schweiß und Hautfetten. Er hält die oberste Hautschicht widerstandsfähig und gesund. Durch häufige Händereinigung kann dieser natürliche Schutzmantel geschädigt werden. Die Haut trocknet aus, sie wird schuppig und rissig. Bakterien nutzen diese kleinen Verletzungen als „Eintrittspforte“. Was folgt ist eine typische Entzündungsreaktion: Die Haut ist geröttet, schmerzt und schwillt an. 

Bei abgekapselten Eiteransammlungen sollte man nicht selber Hand anlegen

In den allermeisten Fällen ist das Immunsystem einer solchen Entzündung gewachsen und die Haut erholt sich innerhalb weniger Tage von selbst. Bei Menschen, die etwa wegen ihres hohen Alters oder aufgrund anderer Risikofaktoren ein geschwächtes Immunsystem haben, kann es jedoch passieren, dass Entzündungen sich ausbreiten. So können Abszesse, sprich abgekapselte Eiteransammlungen unter der Haut, entstehen. Entwickelt sich ein solcher Abszess, ist es höchste Zeit eine Fachperson zu kontaktieren. Denn durch eigenständiges „Rumdrücken“ kann der Entzündungsherd weiter ins Gewebe und schlimmstenfalls in die Blutbahn gelangen.

Waschen ja – aber richtig!

Doch wie wird man einen Abszess wieder los und verhindert Komplikationen? Im ersten Schritt kann der Reifeprozess mit sogenannten Zugsalben forciert werden. Diese regen die Durchblutung an und sorgen dafür, dass die Abszessreifung beschleunigt wird, wodurch sich Eiter schneller entleeren kann. Zudem wirken die Salben entzündungshemmend und antibakteriell. Wenn nötig, muss ein Abszess von medizi­nischem Fachpersonal geöffnet und entleert werden. Die profes­sionelle Abszessöffnung ist ein Routineeingriff und verläuft meist komplikationslos, insbesondere, wenn der Entzündungsherd schon sehr nah an die Hautoberfläche gewandert ist. Um zu verhindern, dass Abszesse überhaupt entstehen, ist es – besonders für Risikopatienten – wichtig, auf eine korrekte Händehygiene zu achten. Hohe Wassertemperaturen beim Händewaschen können die Haut unnötig strapazieren und Entzündungen begünstigen. Fachleute empfehlen milde und pH-neutrale Wachmittel zur Hautreinigung und die regelmäßige Pflege der Haut mit feuchtigkeitsspendenden, rückfettenden Cremes.

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