Sonnenbaden

Bösewicht oder Wohltäter?

Von Nadine Effert · 2019

Während Dermatologen vor den möglichen negativen Folgen von UV-Licht – allen voran dem Hautkrebs – warnen, sorgen sich andere Fachärzte, dass wir vor lauter Angst nicht genügend Sonne abbekommen. Denn das kann ebenso enorme gesundheitliche Folgen haben, heißt es in einer schwedischen Studie. Was denn nun? Ab in den Schatten oder hallo Sonne?

Mutter cremt ihr Kind mit Sonnenmilch ein. Thema: Sonnenbaden
Auch beim Sonnenbaden gilt: lieber in Maßen genießen. Foto: iStock/OJO Images

Das waren noch Zeiten, als in den 1980er-Jahren ausgiebige Sonnenbäder und Aufenthalte in Solarien als in und gesund galten. Der Genuss ohne Reue geriet ordentlich ins Wanken, als bekannt wurde, dass er das Hautkrebsrisiko dramatisch erhöht. Inzwischen meiden viele Menschen bewusst die Sonne, aus Angst vor einer Erkrankung, aber auch um Falten und Pigmentflecken vorzubeugen. Eine gute Entscheidung?

Sonnenbaden genauso schädlich wie Rauchen

Wenn es nach einer im Fachmagazin „Journal of Internal Medicine“ veröffentlichten Studie des Karolinska-Institutes in Stockholm geht, lautet die Antwort eindeutig: nein. Mehr noch: Laut den Forschern, die insgesamt 30.000 Schwedinnen über einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht haben, ist ein Sonnenmangel genauso gefährlich wie Rauchen, Bewegungslosigkeit und Übergewicht. „Wir haben festgestellt, dass die Frauen, die sich nicht sonnen, ein gut doppelt so hohes Risiko in sich tragen, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Auch ist deren Risiko, an Diabetes Typ 2 und Multipler Sklerose zu erkranken, ungefähr doppelt so hoch“, so Studienleiter Pelle Lindqvist. Grund könnte ein schon seit längerer Zeit vermuteter Zusammenhang zwischen zu wenig UV-Strahlung, daraus resultierendem Vitamin-D-Mangel und seinen Folgen sein. Wobei es bisher keinen Nachweis gibt, dass ein Vitamin-D-Defizit die erwähnten Leiden auslöst. Fakt ist aber, dass Vitamin D für den Aufbau und den Erhalt der Knochen wichtig ist – sonst drohen bei Kindern Störungen des Knochenwachstums; bei Erwachsenen steigt das Risiko für Osteoporose.

Wichtig: vernünftiger Umgang mit der Sonne

Doch zurück zur Studie: Sie brachte auch zutage, dass die Frauen, die sich sehr viel sonnten, auch häufiger die Diagnose Hautkrebs erhielten, als diejenigen, die sich mäßig oder gar nicht sonnten. Lindqvist rät daher zum Mittelmaß: „Es geht nicht um extreme Sonnenbäder. Es geht darum, täglich etwa eine halbe Stunde Sonne an so viele Hautpartien wie möglich zu lassen, ohne dass man einen Sonnenbrand bekommt. Das ist wichtig.“ Fazit: Die Sonne hat viele positive Effekte auf unsere Gesundheit – und übrigens auch auf unser Gemüt, da helles Licht die körpereigene Produktion des „Gute-Laune-Hormons“ Serotonin ankurbelt. Sie aus Angst zu meiden und als ausschließlich gefährlich einzustufen, ist falsch. Dennoch gilt: Ob ein Sonnenbad der Haut genauso guttut wie der Laune, hängt davon ab, ob auf eine vernünftige Dosierung der Sonneneinstrahlung und vor allem ausreichend richtigen Sonnenschutz geachtet wird. 

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