Hautpflege ist das A und O

Rötungen und Juckreiz vermeiden

Von Mark Krüger · 2020

Sie spannt, juckt und schuppt: Insbesondere im Winter zeigt sich die Haut von der spröden Seite. Mehr noch: Trockene Haut kann die Entstehung von Hautkrankheiten begünstigen, so das Ergebnis einer dermatologischen Screening-Studie. Mit der richtigen Pflege lässt sich ein Austrocknen jedoch verhindern.

Frau, die ihre Haut pflegt.
Im Winter braucht die Haut mehr Pflege. Foto: iStock / Prostock-Studio

Im Winter braucht die Haut besonders viel Pflege – diese Anweisung wiederholt sich Jahr für Jahr aufs Neue. Vielleicht mag der ein oder andere das Plädoyer für mehr Aufmerksamkeit seiner Körperhülle gegenüber als nervig empfinden, nötig scheint es dennoch. Denn trockene Haut ist weiter verbreitet als gedacht: Laut einer dermatologischen Studie, die im Jahr 2019 im „Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology“ erschienen ist, leidet fast ein Drittel der Deutschen unter spröder Haut. Frauen gleichermaßen wie Männer.

Zu wenig Aufmerksamkeit

Allerdings zeigt sich mit Blick auf das Alter der untersuchten Personen ein Unterschied: Während nur 16,7 Prozent der Betroffenen in der Gruppe der 16- bis 19-Jährigen unter dieser Hautveränderung leiden, sind es mit 38,4 Prozent mehr als doppelt so viele in der Gruppe der 60- bis 70-Jährigen. Dass vor allem ältere Menschen betroffen sind, liegt primär am physiologischen Altern der Dermis, das unter anderem mit einer Verminderung von Feuchtigkeit, der Reduktion der Talg- und Schweißdrüsen und einer Erhöhung des pH-Wertes einhergeht. Hautkrankheiten und -veränderungen entwickeln sich im Alter aber auch dann, wenn der Haut in jüngeren Jahren zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. Dass sich ein achtloses Verhalten später rächen kann, zeigt sich auch im Fall von schwarzem Hautkrebs, an dem jährlich etwa 3.000 Menschen in Deutschland sterben: Denn ein malignes Melanom resultiert primär aus einem nachlässigen Umgang mit Sonnenschutz. Viele Menschen unterschätzen die negativen Auswirkungen von UV-Strahlung, aber auch die einer trockenen Haut.

Hautkrankheiten begünstigt

Doch welche Folgen kann trockene Haut haben? Auch das brachte das Hautscreening im Rahmen der Studie zutage: Die untersuchten Personen mit sehr trockener Haut litten auffällig häufiger an bestimmten Hautkrankheiten, darunter Ekzeme und Schuppenflechte, aber auch an Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaare. Aufgrund der Tatsache, dass trockene Haut in der erwachsenen Bevölkerung weit verbreitet sei, fordern die Autoren der Studie mehr Aufmerksamkeit für das Thema Hautpflege. So stellt auch die Deutsche Haut- und Allergiehilfe fest: „Trockene Haut steht am Anfang einer Spirale, die zu einer stetigen Verschlechterung des Hautbildes und zunehmenden Einbußen der Hautfunktion führt. Trockene, empfindliche oder vorgeschädigte Haut braucht Unterstützung.“

Herausforderung Winter: Hautpflege ist das A und O

Ob vorbeugend oder wenn die Haut bereits rau ist, spannt und juckt – Pflege ist das A und O, vor allem jetzt im Winter. In der kalten Jahreszeit gibt es nämlich zwei Widersacher, die unsere Haut in Kombination überhaupt nicht mag: klirrende Kälte und trockene Heizungsluft. Eine Ursache für trockene Stellen sind die Talgdrüsen. Sie sind von Natur aus so programmiert, dass sie ab einer gewissen Temperatur träge werden, sprich ihre Aktivität verringern. Wenn das Thermometer unter acht Grad Celsius fällt, stellen sie die Produktion sogar komplett ein. Die Folge: Der vor Feuchtigkeitsverlust und Schäden schützende Säureschutzmantel der Haut, der sogenannte Hydrolipidfilm, leidet. Zudem verengen sich bei sehr niedrigen Temperaturen die Blutgefäße. Die Haut ist folglich schlechter durchblutet und erhält weniger Nährstoffe. Die trockene Heizungsluft entzieht ihr zusätzlich Feuchtigkeit. Wirkt man trockener Haut nicht entgegen, können kleine Risse entstehen. Sie sind Einfallstor für Keime, Bakterien und Pilze, die Krankheiten auslösen können. Darum gilt: nicht kratzen – vor allem dann, wenn sich juckende und nässende Ekzeme auf der Haut gebildet haben. Spätestens dann ist ein Besuch des Dermatologen oder der Dermatologin angesagt.

Hautbarriere stärken

Quelle: iStock / ttsz

Fakt ist: Im Winter benötigt die Haut eine andere Pflege als im Sommer. Um die Haut von außen intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen und die natürliche Schutzbarriere der Haut zu stärken, eignen sich Pflegeprodukte, die mehr Fett enthalten und weniger Feuchtigkeit. Heißt: lipidreiche Cremes auf einer Wasser-in-Öl-Basis. Produkte, die Zusätze von Urea, einem Harnstoff, oder rückfettende Omega-6-Fettsäuren enthalten, sind besonders wirksam, genauso wie Vitamin A, B-Vitamine und Biotin. Pflegeprodukte sollten möglichst wenig Inhaltsstoffe und keine Zusätze wie Farbstoffe, Duftstoffe oder Alkohol enthalten. Sie können die Haut reizen. Auch allzu ausdauerndes Duschen oder Baden und hohe Wassertemperaturen sollten vermieden werden, da hierdurch die Haut unnötig ausgetrocknet wird. Finger weg von aggressiven Reinigungsmitteln: Der Griff zu pH-neutraler Seife oder Produkten mit pH-Wert 5,5 ist hingegen ratsam. Wer diese Tipps befolgt, hat gute Chancen, mit einer geschmeidigen, glatten und elastischen Haut durch den Winter zu kommen.

Wussten Sie schon, dass ...

… bei manchen Menschen trockene und empfindliche Haut häufiger auftritt?
Und zwar bei:
• älteren Menschen
• Babys und Kleinkindern
• Patienten mit Hauterkrankungen (Neurodermitis, Psoriasis, allergischen Hauterkrankungen)
• Patienten mit bestimmten inneren Erkrankungen
• Personen, die Wind und Wetter ausgesetzt sind
• Personen, die oft baden oder duschen oder auch beruflich ständigen Hautkontakt mit Wasser haben
 
Quelle: Apotheken Umschau "Trockene Haut: Ursachen und Tipps"

 

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