Nagelpilz

Wenn im Schwimmbad die Fadenpilze lauern

Von Mark Krüger · 2017

Am feucht-warmen Beckenrand halten sich Fadenpilze bevorzugt auf.

Endlich kommt der Sommer und mit ihm Sandalenwetter! Wer aber mit Nagelpilz zu kämpfen hat, will seine Füße am liebsten verstecken. Immerhin fünf bis zwölf Prozent der Deutschen leiden an der lästigen Pilzerkrankung. Wen es erwischt hat, sollte die Infektion nicht auf die leichte Schulter nehmen und unbedingt zum Arzt gehen.

Wenn es feuchtwarm ist, fühlt sich Nagelpilz besonders wohl. Kein Wunder also, dass er viermal so häufig an den Zehen als an den Fingern auftritt und die Ansteckungsgefahr in Hallen- und Schwimmbädern, Saunen oder auch Fitnessstudios besonders groß ist. Eben überall dort, wo viele Menschen barfuß laufen und Hautschuppen hinterlassen, auf denen die Erreger wochenlang überleben können. Bestimmte Risikogruppen sind etwa Diabetiker oder jene mit geschwächtem Immunsystem oder Durchblutungsstörungen. Kinder sind fast nie betroffen, von den über 40-Jährigen allerdings jährlich rund 20 bis 30 Prozent. Auch Sportler müssen aufpassen: Schweiß, enge Turnschuhe und Umkleidekabinen begünstigen Pilzinfektionen. 

Bei ersten Anzeichen zum Arzt

Nagelpilz, medizinisch Onychomykose genannt, macht sich durch Verfärbungen und Verformungen der Nägel bemerkbar. Verantwortlich dafür sind Pilze wie Dermatophyten, Hefe- oder Schimmelpilze. Erste Anzeichen treten meist am großen Zeh auf. Ist der Nagel verdickt und bröckelig? Ist er weißlich oder bräunlich verfärbt? Bei Verdacht auf Nagelpilz sollte so schnell wie möglich ein Hausarzt oder auch ein Facharzt für Fußerkrankungen (Podologe) aufgesucht werden, um die Ursache zu klären und eine wirksame medizinische Behandlung einzuleiten. Denn Nagelpilz kann bei falscher Behandlung chronisch werden, zu großen Schmerzen führen und umliegende Hautpartien befallen. Hausmittel wie etwa Essig, Teebaumöl oder Olivenöl sind alles andere als empfehlenswert. Und: Von allein verschwindet der ungebetene Gast auch nicht. 

Dem Pilz akribisch zu Leibe rücken

Befindet sich der Pilz in den oberflächlichen Nagelschichten, hilft ein antimykotischer Nagellack, der in der Apotheke erhältlich ist. Ist der Pilz schon tiefer eingedrungen, wird auch ein nachwachsender Nagel immer wieder befallen. Dann helfen nur Tabletten, deren pilztötender Wirkstoff über die Blutbahn bis zur Nagelmatrix gelangt. Da zwischen den Nagelschichten Hohlräume bestehen, in die sich Pilzsporen setzen, müssen diese Schichten oftmals zuvor mit hochkonzentrierten Salben mit Jodatum oder Kalium aufgelöst und abgetragen werden. Erst dann kann ein Antimykotikum eingesetzt werden. Eine Therapie mit Tinkturen oder Nagellack dauert rund sechs, eine mit Tabletten etwa drei Monate. Und immer muss beobachtet werden, ob der Nagel gesund nachwächst – erst dann spricht man von Heilung. Generell gilt: Die Behandlung sollte unter ärztlicher Aufsicht und basierend auf dessen gründlicher Anamnese erfolgen. Wichtig ist, konsequent und geduldig zu bleiben. Dann kommen auch die Sandalen sicher wieder zum Einsatz. 

So beugen Sie Nagelpilz vor

  • Laufen Sie in öffentlichen Bädern, Saunen oder Duschen nicht barfuß. 

  • Badematten, Bettwäsche, Handtücher und Socken mindestens bei 60 Grad waschen. 

  • Tragen Sie atmungsaktive und nicht zu enge Schuhe, um Schweißfüße zu vermeiden. Nach dem Sport die Turnschuhe sofort ausziehen.

  • Tragen Sie Socken aus Naturmaterialien wie Baumwolle.

  • Schneiden Sie Ihre Nägel regelmäßig, achten Sie auf Verformungen und Verfärbungen.

  • Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Duschen immer gründlich ab – auch zwischen den Zehen, wo die Haut besonders dünn ist. Dort kann leicht Fußpilz entstehen, der auf den Nagel übergreift.

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