Immunonkologie

Das Immunsystem gegen Hautkrebs aktivieren

Von Sebastian Juha Richter · 2014

Eine bedeutende Richtung der aktuellen Forschungen an neuen Krebstherapien ist die Entwicklung von Immuntherapien. Mit ihrer Hilfe wird das körpereigene Immunsystem im Kampf gegen Krebs auf die richtige Fährte gebracht.

Unser Immunsystem hilft uns, Krankheiten abzuwehren oder zu bekämpfen. Doch bei Krebserkrankungen erkennt das Immunsystem die Krebszellen nicht als fehlerhaft und schädlich. Krebszellen verfügen über verschiedene Eigenschaften und Tricks, um sich vor dem Immunsystem zu verstecken oder es bei seiner Arbeit zu behindern. Da es sich um mutierte körpereigene Zellen handelt, sind sie ohnehin von gesunden Zellen nur schwer zu unterscheiden. Herkömmliche Behandlungsmethoden wie Bestrahlung oder Chemotherapie können wirkungsvoll sein, sind aber sehr intensiv und verhältnismäßig ungerichtet; auch gesunde Zellen werden geschädigt und der gesamte Körper belastet. Deshalb wird zunehmend an Immuntherapien gegen Krebs geforscht. Dem Immunsystem soll auf verschiedene Weise auf die Sprünge geholfen und die Behandlung gleichzeitig gezielter und verträglicher werden.

Bakterien einschleusen

Ein schon länger für manche Krebsarten zum Einsatz kommendes Verfahren der Immuntherapie ist das Einführen von hitzeinaktivierten Tuberkulosebakterien in die vom Krebs befallene Körperregion. Wie bei einer Impfung lösen sie keine Tuberkuloseerkrankung aus, führen aber zu einer verstärkten Aktivität des Immunsystems im betroffenen Bereich. Diese Methode ist besonders für die Therapie von Blasenkrebs erprobt. Daneben gibt es verschiedene Verfahren der Antikörpertherapie. Hier werden spezifische fremde oder modifizierte körpereigene Antikörper verabreicht, die bestimmte Strukturen der Tumorzellen erkennen und sich somit an sie heften können. Besonders gut funktioniert dies bei Brust-, Lungen- und Dickdarmkrebs. Auf diese Weise werden die Krebszellen entweder für das Immunsystem markiert, sodass dieses nun gezielt reagieren kann, oder es wird direkt ein an die Antikörper gebundener Wirkstoff zu den Krebszellen transportiert, um diese zu zerstören.

Verbesserte Immunreaktion möglich

Der Behandlung von Hautkrebs kommt in der Immuntherapie eine Vorreiterrolle zu. Speziell bei fortgeschrittenem schwarzen Hautkrebs – der gefährlichsten Hautkrebsvariante – scheint eine grundlegende Verbesserung der Immunreaktion möglich zu sein. Wissenschaftler um Prof. Dr. Viktor Umansky vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg haben herausgefunden, dass bei diesen malignen Melanomen eine Entzündungsreaktion im befallenen Areal ausgelöst wird, die das Immunsystem blockiert. In Laborversuchen gelang es dem Forscherteam, die Bildung der Entzündungsbotenstoffe zu verhindern und somit eine Immunantwort zu ermöglichen. In einer klinischen Studie soll nun die Praxistauglichkeit dieser Methode überprüft werden. 

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