Selbsthilfe

Zusammen ist man stärker

Von Hannah Dreher · 2017

Eine Menschenmenge

Hauterkrankungen sind Leiden, über die Betroffene in der Regel noch nicht einmal mit ihrem Arzt erschöpfend sprechen können. Oft erleben die Erkrankten nur eine kurze Untersuchung und verlassen die Praxis mit einem Rezept für ein Standardmedikament – und dann beginnt die Zeit des Hoffens und Wartens auf Besserung.

Da sich Symptomfreiheit bei vielen Hauterkrankungen mitunter nur durch langfristige Therapien herstellen lässt, bleiben Betroffene mit ihrer Erkrankung und den damit häufig verbundenen psychischen Belastungen – von Selbstekel und Stigmatisierung bis hin zur Depression – oft allein. Und das selbst dann, wenn es zum Beispiel am Arbeitsplatz etliche Menschen mit ganz ähnlichen Leiden gibt. Tatsächlich gelten Probleme mit der Haut als die häufigste Berufskrankheit, allen voran entzündliche Ekzeme. Letztere lassen sich zwar meistens gut behandeln, Voraussetzung ist jedoch, wie bei allen Erkrankungen, eine korrekte Zuordnung von Symptomen und Auslösern. Dazu gehören beispielsweise die Feucht- und Handwerksarbeit, Tätigkeiten mit stark reizenden Substanzen oder solchen, bei denen das Personal seine Hände oft waschen oder wie im medizinischen Bereich desinfizieren muss. Treffen Belastungen durch Schadstoffe, Allergene oder massiver Stress dann noch auf eine erbliche Veranlagung, können schnell verschriebene Salben, Puder oder Pillen erst recht nicht helfen.

Gleichgesinnte finden

Anders als etwa bei Krebserkrankungen gibt es bisher keinen offenen gesellschaftlichen und medialen Umgang mit Leiden wie Neurodermitis und Co. Zudem schafft das jetzige Abrechnungssystem des Gesundheitssystems mit seinen Fallpauschalen kaum Anreize für Ärzte, sich intensiver mit chronisch (Haut-)Kranken zu beschäftigen. Mit wem also sollen Betroffene über objektiv vorhandene und selbstauferlegte Einschränkungen sprechen? Ein wichtiger Schritt ist der Kontakt zu Menschen, die ähnliche Probleme haben. Selbsthilfegruppen erweisen sich für viele Erkrankte als sehr hilfreich. Denn der Dialog mit Sachverständigen und vor allem der Austausch mit Gleichgesinnten sorgt für Entlastung und kann den Weg zu engagierteren Dermatologen weisen.

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