Psoriasis Vulgaris

Zu schnell, zu viel

Von Alexandra Grossmann · 2015

Bei einer Schuppenflechte wächst die Haut schneller, als üblich. In wenigen Tagen geschieht, was sonst einen ganzen Monat dauert. Das führt zu Schuppen, Blasen und Rissen. Warum die Haut so reagiert, ist Medizinern und Forschern noch immer nicht ganz klar.

Sie ist angeboren, bricht aber nicht immer aus: Rund zwei Millionen Menschen haben hierzulande eine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Im Unterschied zu den anderen beiden Formen der Schuppenflechte, der Psoriasis pustulosa, die mit Eiterbläschen einhergeht und der Psoriasis arthropathica, bei der auch die Gelenke beteiligt sind, befällt diese Variante der chronisch-entzündlichen Erkrankung bestimmte Partien der Haut. Wegen ihrer typischen Symptome ist die Krankheit leicht zu erkennen: Die betroffenen Stellen jucken und sind gerötet, es bilden sich Schuppen.
Wie sie entsteht, wissen wir, aber warum, ist Forschung und Medizin ein Rätsel: Normalerweise erneuert sich die Haut des Menschen innerhalb von 28 Tagen. Durch eine Reaktion des Immunsystems wächst die Haut bei Schuppenflechte in der rasanten Geschwindigkeit von etwa vier Tagen nach – so schnell, dass Schuppen entstehen, die nach und nach eine dicke Schicht bilden, die Haut entzündet sich, bildet Blasen, bricht auf. Abfallende Schichten hinterlassen die neue, nachwachsende Schicht, die dünn und empfindlich ist. Diese sogenannten „Plaques“ sind in der Regel münz- bis handtellergroß und bilden sich in den Ellenbogen, Kniekehlen sowie unter den Haaren.

Ungesunde Einflüsse

Die Psoriasis vulgaris ist genetisch bedingt und wird durch äußere Einflüsse begünstigt. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem falsche Ernährung, Rauchen und Alkohol, außerdem psychischer Stress und hormonelle Unruhe im Körper, etwa in Pubertät, Wechseljahren und Schwangerschaft. Auch Hautverletzungen und Infektionen spielen eine Rolle, ebenso wie manche Medikamente wie Antirheumatika oder Betablocker.

UV-Licht und Sole

Heilbar ist die Krankheit nicht. Doch mit einer entsprechenden individuellen Therapie lässt sie sich heute gut in den Griff bekommen. Experten empfehlen als äußere Anwendungen Salbenverbände mit Salicylsäure oder Harnstoff, auch Cortison- und Vitamin-D-Präparate sind hilfreich. Erfolgreich ist auch in fast allen Fällen die Photo-Sole-Behandlung, bei der Patienten mit uv-Licht bestrahlt werden, während sie in einem Sole-Bad liegen. Hilfreich sind auch Wirkstoffe, die in das Immunsystem selbst eingreifen, indem sie die Kommunikation der Zellen untereinander beeinflussen. Diese Wirkstoffe werden in der Gentechnologie hergestellt und sind den Biomolekülen des eigenen Körpers so ähnlich, dass sie als eigen identifiziert werden.
Zusätzlich empfiehlt sich gründliche und regelmäßige Pflege: Sie unterstützt die Haut bei der Heilung und verhindert weiteres Austrocknen und Platzen der Flechte. Fettige Haut benötigt Salbe mit hohem Wassergehalt, trockene dagegen eher Creme mit viel Fett. Neutrale Wasch­emulsionen, kurze Bäder und kälteres Wasser verhindern weiteres Austrocknen der Haut.

Array
(
    [micrositeID] => 32
    [micro_portalID] => 26
    [micro_name] => Gesunde Haut
    [micro_image] => 1616
    [micro_user] => 1
    [micro_created] => 1468333016
    [micro_last_edit_user] => 0
    [micro_last_edit_date] => 0
    [micro_cID] => 1091
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 0
    [deleted] => 0
)