Allergien

Wenn das Immunsystem verrückt spielt

Von Alexandra Grossmann · 2014

Allergiker haben es schwer: Ihr Körper reagiert auf Stoffe, die für andere harmlos sind. Jetzt in der Sommerzeit ist vor allem vor Insekten Vorsicht geboten – doch es gibt Wege, sich zu schützen.

Jeder kennt jemanden, der gegen irgendetwas allergisch ist. Schon im Kindergarten zeigt sich, was eine Allergie ist: Betroffene husten, niesen oder kratzen sich. Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers. Sie wird gegen eigentlich harmlose Substanzen in Nahrungsmitteln oder in der Luft ausgelöst. In gewisser Weise sind Allergien ein Missverständnis des Abwehrsystems: Es reagiert auf eine Bedrohung, die nicht da ist.

Viele verschiedene Symptome

Die Symptome einer Allergie bewegen sich auf einer nach oben offenen Skala und können sogar akut lebensbedrohlich sein; dann spricht man von einem anaphylaktischen Schock. Allergien und Hypersensibilitäten können sich an den Schleimhäuten als Heuschnupfen äußern, an den Atemwegen als Asthma bronchiale, an der Haut als Kontaktekzem und Neurodermitis und am Verdauungstrakt, insbesondere bei Kleinkindern. Allergiker fürchten besonders den sogenannten Etagenwechsel: Ein saisonaler und relativ harmloser Heuschnupfen, ausgelöst durch eine bestimmte Pollenart, entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einer Neurodermitis und mündet in ein chronisches Asthma.

Allergene als Auslöser

Auslöser für allergische Reaktionen können sehr unterschiedlich sein. Latex etwa oder textile Farbstoffe können Allergien auf der Haut evozieren. Auch Nahrungsmittel sind häufig Auslöser, vor allem Erdnüsse, Senf und Fisch zählen dazu, ebenso Milchprodukte, Eier, Schalentiere und manches Obst. Manche reagieren allergisch auf Medikamente.
Die Auslöser einer allergischen Reaktion sind Allergene, gegen die sich eine hysterische Immunantwort richtet. Da jedes Protein und Enzym ein potenzielles Allergen ist, werden in manchen Fällen sogar körpereigene Proteine als Fremdsubstanzen erkannt und bekämpft, dann spricht man von einer Autoimmunreaktion. Am meisten verbreitet sind Pollen-, Tierhaar-, Hausstaubmilben- und Insektengiftallergien: Das durch den Stich injizierte Gift löst normalerweise nur Juckreiz und Quaddelbildung aus. Bei Allergikern hingegen treten rund um die Einstichstelle, im Gesicht und am Hals starke Schwellungen auf, die von Atemnot und einer starken allgemeinen Hautrötung begleitet sein können. Je nach Anzahl der Stiche und Menge des Giftes kann es bis zum anaphylaktischen Schock reichen. Spätestens dann sollte ein Arzt ein Antihistaminikum, Cortison oder Adrenalin spritzen.
Jetzt in der Sommerzeit – der Bienen- und Wespenzeit – ist es ratsam, die Tiere nicht anzulocken. Mittels einer Hyposensibilisierung können Insektengiftallergie sowie viele andere Allergien wirksam behandelt werden. Die Erfolgsquote liegt bei rund 90 Prozent. Insektengiftallergiker sollten stets ein Notfallset bei sich tragen: ein Antihistaminikum, ein Spray gegen Atemnot, einen Allergiepass und ein Glucocorticoid, das entzündungshemmend wirkt. 

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