Narbenbildung

Keiner mag sie, fast jeder hat sie

Von Eva Herzog · 2014

Bei Hollywood-Helden sehen sie verwegen aus, doch ist man nicht gerade Bruce Willis, verzichtet man sicher gerne auf sie: Die Rede ist von Narben. Worauf auch George Michael angeblich stolz ist, bedrückt die meisten von uns, denn schließlich war die Haut dort vorher schön und glatt, wo jetzt eine Narbe sitzt. Dabei muss das nicht sein, denn die Möglichkeiten der Narbenbehandlungen sind groß.

Wenn man operiert wird oder sich verbrennt, selbst wenn ein Tattoo mittels Laser wieder entfernt wird – was häufig bleibt, ist eine Narbe. Mal größer, mal kleiner, was für viele Betroffene schlimm ist, weil es sie entstellt, verursacht sie bei anderen Personen oft auch weiterhin Beschwerden. Narben können jucken oder schmerzen und ähnlich wie ein Wetterfrosch merken die Betroffenen, wenn das Wetter wechselt, weil sie dann durch den veränderten Luftdruck die Beschwerden besonders spüren.

Wie sich eine Narbe entwickelt, hängt von verschiedenen Kriterien ab

Narben entstehen immer dann, wenn das kollagene Netzwerk der Haut zerstört wird und ein faserreiches Ersatzgewebe die Stelle verschließt. Je nach Verlauf der Wundheilung unterscheidet man vier Arten von Narben: Die hypertrophen, wulstigen Narben entstehen, wenn sich die Wunde während des Heilungsprozesses entzündet, oder nicht genug geschont wird. Es entsteht durch die Überproduktion von Bindegewebe ein Wulst. Häufig sind diese Narben gerötet und können jucken. Atrophe Narben bilden sich, wenn zu wenig Bindegewebe gebildet wird, wie es bei Akne der Fall sein kann. Dann entstehen eingesunkene Narben, die wie Grübchen aussehen. Keloide Narben hingegen sehen oft wulstig aus und das Bindegewebe wuchert manchmal sogar schmerzhaft in das umliegende Gewebe. Wird bei einer Verletzung viel Haut zerstört, kann es zu einer Kontraktur kommen. So nennt sich eine Narbe, die fest zusammengezogen zusammenwächst und dadurch die Beweglichkeit der Gelenke einschränkt. Einer der wichtigsten Faktoren für die Entwicklung einer Narbe ist das Alter. In der Wachstumsphase nimmt die Hautdicke zu, deshalb bilden sich bei Kindern und Jugendlichen oft dickere Narben. Im Alter von 65 Jahren nimmt die Haut wieder ab. Zudem neigen Afro- und Schwarzamerikaner sowie Asiaten zu einer stärkeren Narbenbildung als Europäer.

Auch Narben sollten gepflegt und manchmal auch korrigiert werden

Bei größeren Narben gibt es die Methode der Narbenverkleinerung mittels Operation oder dem Einsatz einer Hautlappenplastik, um eine Umverteilung der Hautspannung zu erreichen. Wucherungen können vermieden werden, wenn die Narbe mit Kollagen oder Hyaluronsäure unterspritzt wird. Doch diese Methode gilt als sehr schmerzhaft und ist nur bei frischen Narben erfolgversprechend. Die Kryotherapie vereist bestehende Narbenwülste mit flüssigem Stickstoff und wer sich für eine Dermabrasion entscheidet, lässt die Narben abschleifen, sodass ein glatterer Übergang zur restlichen Haut entsteht. Wer ohne Spritze und Schleifgerät auskommt, für den stehen spezielle Gels und Salben zur Pflege zur Verfügung. Diese wirken positiv auf die Färbung und die Durchblutung der Narbe. In jedem Fall ist gerade im Sommer ein hoher UV-Schutz wichtig, der die Narben vor Verbrennungen und einer Überpigmentierung (Verdunklung) der Narbe schützt. 

Quelle: trevis.com, 2014
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