Juckreiz

Keine Chance für Kratzbürsten

Von Tobias Lemser · 2016

Trockene Haut ist einer der häufigsten Auslöser für Juckreiz – ein Phänomen, das viele Menschen vor allem im Winter betrifft. Um unsere Körperhülle an die kalte Jahreszeit zu gewöhnen, kommt der intensiven Pflege eine große Bedeutung zu. Doch was tun bei starkem Juckreiz?

Zurückblickend auf die vielen Mückenstiche sind viele Geplagte froh, dass der Sommer nun ein Ende gefunden hat. Wer mag sich schon verrenken, um den quälenden Juckreiz an den teils entlegensten Körperstellen zu lindern? Das Gute: Zumeist klingen die juckenden Stellen rasch von allein wieder ab. Anders in den Wintermonaten: Auch wenn dann keine Stechmücken mehr unterwegs sind, ist juckende Haut selbst in dieser Zeit nicht selten. Doch woher kommt das sogenannte Winterjucken?

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Talgproduktion eingeschränkt

Insbesondere wenn die Temperaturen unter sieben Grad Celcius fallen, fährt der Körper die Talgproduktion der Haut zurück, was dazu führt, dass der natürliche Schutzfilm der Haut dünner wird. Bei extremer Kälte kann sich die Fettproduktion sogar komplett einstellen. Fehlt der Fettfilm, verdunstet die Feuchtigkeit auf der Hautoberfläche schneller. Die Folge: Die Haut trocknet aus, wird rau, rissig und juckt. Verstärkt wird der winterliche Juckreiz – auch „Pruritus hiemalis“ genannt –, wenn man aus der Kälte kommend beheizte Räume mit niedriger Luftfeuchtigkeit betritt. Auch Neurodermitis-Patienten, Diabetiker und ältere Menschen, deren Haut nicht mehr optimal durchblutet und mit genügend Talgdrüsen ausgestattet ist, haben mit juckender Haut zu kämpfen. Um die Haut nicht noch weiter zu reizen beziehungsweise ihr kleine Verletzungen zuzufügen, sollte eines definitiv nicht getan werden: kratzen. Denn dadurch kann sich die Haut zusätzlich entzünden. Auch ist es ratsam, auf Peelings, alkoholhaltige Gesichtswasser sowie auf langes, heißes Duschen oder Baden zu verzichten, da es der Haut zusätzlich Feuchtigkeit und Fett entzieht. Besser ist es, sanfte Reinigungsmilch sowie rückfettende Waschzubereitungen anzuwenden. 

Eincremen erfordert Geduld

Nach dem sanften Abtrocknen der Haut sollte auf feuchtigkeitsspendende Körperlotionen oder Cremes zurückgegriffen werden. Hierbei besonders empfehlenswert sind Wasser-in-Öl-Emulsionen. Zwar dauert es länger, bis solche Formulierungen mit stärker fettendem Charakter einziehen, allerdings pflegen sie die Haut wirkungsvoller. Juckt die Haut akut, sind gerbstoff- oder harnstoffhaltige Salben in der Lage, die Beschwerden zu lindern. Wer jedoch unter dauerhaftem Winter-Juckreiz leidet, sollte einen Dermatologen aufsuchen. Er kann die Ursache ausfindig machen und mit dem passenden Präparat helfen, damit die Kratzbürste in der Schublade bleibt.

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