Umfassender Ansatz

Ganzheitlich die Schuppenflechte im Griff

Von Elke von Rekowski · 2017

Prof. Dr. Ulrich Mrowietz
Prof. Dr. Ulrich Mrowietz

Prof. Dr. Ulrich Mrowietz ist Leiter des Psoriasis-Zentrums der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel und informiert über wesentliche Ziele und Ergebnisse des 2016 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten „Global Report on Psoriasis“, an welchem er maßgeblich mitgewirkt hat.

Was war das Hauptaugenmerk des WHO-Weltberichtes zur Schuppenflechte?

Die Schuppenflechte kann das Leben der Erkrankten stark beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, das Bewusstsein in der Bevölkerung für die Psoriasis zu schärfen und somit die Stigmatisierung der von Schuppenflechte Betroffenen zu bekämpfen. Politischen Entscheidungsträgern sollten zudem Lösungen für eine bessere Gesundheitsversorgung und eine bessere Integration der Erkrankten an die Hand gegeben werden. Nicht zuletzt stand auch im Fokus, weltweit mehr Menschen Zugang zu Therapien zu ermöglichen.

Reicht eine Beachtung der Hautsymptome aus, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern?

Die Psoriasis ist eine komplexe Erkrankung, die mit einer Basisentzündung im Körper einhergeht und sich auf unterschiedliche Weise manifestiert. Das erfordert einen ganzheitlichen Ansatz in der Versorgung der Betroffenen. Es reicht nicht aus, ausschließlich die Hautsymptome zu behandeln. Auch die Untersuchung auf etwaige Begleiterkrankungen wie Psoriasis-Arthritis, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehört dazu. Zudem leiden Psoriasis-Patienten eher an Depressionen und Angststörungen.

Quelle: A multicenter, J Dermatol Treat, 2015

Wie sieht für Sie ein idealer ganzheitlicher Ansatz aus?

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es essenziell, die gesamte Situation des Erkrankten zu betrachten und ihn sein Leben lang zu begleiten. Dazu sollten die Ärzte der unterschiedlichen Fachdisziplinen wie beispielsweise die Dermatologen, Rheumatologen, Kardiologen und Psychologen intensiv zusammenarbeiten. Auch die Betroffenen und ihre Familien müssen mit einbezogen werden.

Was können Betroffene selbst zum Therapieerfolg beitragen?

Es ist mittlerweile erwiesen, dass verschiedene Faktoren die Erkrankung verschlimmern, aber auch deutlich verbessern können. Das sind gute Nachrichten für die Patienten, denn dadurch können sie selbst Einfluss auf ihre Psoriasis nehmen. Ein entscheidender Faktor ist beispielsweise das Körpergewicht. Aktuelle Daten belegen, dass die Medikamente bei Patienten mit optimalem Körpergewicht am besten wirken und die Symptome der Krankheit weniger stark ausgeprägt sind. Verstärken lässt sich der positive Effekt noch durch regelmäßige Bewegung. Auch der Verzicht auf Nikotin trägt dazu bei, die Erkrankung zu bessern. Eine psychologische Begleitung der Therapie kann ebenfalls hilfreich sein. Übergewicht hingegen kann zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen.

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