Waschmittel

Frisch gewaschen, voll Chemie?

Von Alexandra Grossmann · 2015

Waschmittel lassen Rückstände auf der Kleidung zurück – die Haut kommt Tag für Tag mit Tensiden, Duftstoffen und Enzymen in Berührung. Allergiker reagieren mit Rötungen und Ausschlag. Was tatsächlich die Allergie auslöst, ist manchmal schwer zu herauszufinden.

Leider kommt es häufig vor, dass Allergiker auf Waschmittel reagieren. Die Folgen können Rötungen und Ekzeme, Ausschlag und Juckreiz sein. Auch Schnupfen sowie Husten und Kratzen im Hals können durch Waschmittel hervorgerufen werden. Es sind vor allem Menschen betroffen, deren Haut ohnehin gereizt und geschwächt ist und die nun entsprechend empfindlich reagiert, wie es beispielsweise bei Neurodermitikern der Fall ist.
Waschmittel wird als Auslöser häufig nicht erkannt, da es sich um eine sogenannte Kontaktallergie handelt, der Allergie-Typ IV. Dabei kommt es oft nicht sofort, sondern erst durch die Wiederholung des Kontakts zu allergischen Reaktionen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Symptome ebenso gut durch eine Allergie auf etwas anderes zurückzuführen sein könnten. Zudem sind in Waschmitteln eine ganze Reihe von Stoffen enthalten, die die Allergie auslösen können – es ist manchmal schwer, die eigentliche Ursache zu finden. Allgemein gilt, dass die Gefahr exponentiell steigt mit der Anzahl der Substanzen, die im Waschpulver enthalten sind. Um Gewissheit zu bekommen, ob die Reaktionen vom Waschmittel herrühren, lohnt sich ein Gang zum Allergologen.

Raus mit den Allergenen

Irritierend für den Allergiker sind der dauerhafte Kontakt mit Rückständen des Waschmittels, die nach dem Waschen in den Fasern der Textilien zurückbleiben und durch die Kleidung mit der Haut immer wieder in direkte Berührung kommen. Damit es gar nicht erst zu allergischen Reaktionen kommt, kann es sinnvoll sein, von vornherein Gefahrenquellen auszuweichen, indem etwa Waschpulver verwendet wird, das speziell für empfindliche Haut konzipiert ist, weil es weniger potenzielle Allergene enthält. Diese sind längst keine Nischenprodukte mehr, sondern werden inzwischen auch von größeren Herstellern angeboten. Bio-Waschmittel können ebenfalls eine Lösung sein, bieten aber keine Garantie für bessere Verträglichkeit. Hilfreich sind die Gütesiegel, etwa das der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) und Global Organic Textil Standards (GOTS), die Produkte für Neurodermitiker und Allergiker testen und auswerten.
Weitere Tipps sind, so wenig Waschpulver wie möglich zu verwenden, eventuell doppelt oder mehrfach zu spülen und auf Weichspüler ganz zu verzichten. Vorsicht ist auch bei neuen Kleidungsstücken geboten: Rückstände aus dem Herstellungsprozess, Farb­reste und Formaldehyd können enthalten sein. Deshalb sollte neue Kleidung immer vor dem Tragen mehrfach gewaschen werden.

Blick auf die Verpackung

Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr. Je weniger Inhaltsstoffe ein Waschpulver enthält, desto weniger Reaktionen kann es auslösen. Ein Blick auf die Packung verrät dem Laien meist recht wenig, darum lohnt es zu wissen, was normalerweise in einem gewöhnlichen Waschpulver enthalten ist. Duftstoffe wie ätherische Öle und Parfums sind fast immer Bestandteile. Kein Wunder, lieben wir doch den Geruch frischer Wäsche. Öle aber, auch naturreine, können durchaus toxisch sein. Parfüm wiederum besteht aus meist fettlöslichen Moschus-Verbindungen, die sich im menschlichen Körper sammeln können; sie wurden beispielsweise in Muttermilch nachgewiesen.

Vorsicht vor Chemikalien

Tenside wie Seife unterstützen die Reinigung mit Wasser. Anionische Tenside sind verträglich, weil sie aus pflanzlichen Stoffen wie Kokos gewonnen werden. Anders nichtionische und amphotere Tenside: Sie greifen den natürlichen Fettschutz von Haut und Schleimhäuten an. Besonders aggressiv ist Laurylsulfat, das oft in Waschmitteln steckt. Kationische Tenside wiederum sind zwar nicht direkt hautschädigend, aber giftig für unsere Gewässer. Fast alle Waschmittel schließlich enthalten optische Aufheller, die den Gelbstich aus heller Wäsche entfernen. Zwar ist es nicht bewiesen, doch sie sollen die Umwelt und auch die Gesundheit angreifen, weil sie Einfluss auf den mensch­lichen Hormonhaushalt nehmen.
Weniger schädlich sind Enzyme, die Fett, Stärke und Eiweiß auch bei geringen Temperaturen aus der Wäsche entfernen. Bei höheren Temperaturen werden sie zersetzt, doch bei niedrigen Einstellungen der Waschmaschine bleiben sie in der Kleidung und können Allergien auslösen oder noch verstärken. Hautreizend sind auch Bleichmittel wie Perborat, die zwar die Wäsche weißer machen, aber neben der Haut auch die Umwelt schädigen, weil sie Borsalze und damit Pflanzengift freisetzen. 

Array
(
    [micrositeID] => 32
    [micro_portalID] => 26
    [micro_name] => Gesunde Haut
    [micro_image] => 1616
    [micro_user] => 1
    [micro_created] => 1468333016
    [micro_last_edit_user] => 0
    [micro_last_edit_date] => 0
    [micro_cID] => 1091
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 0
    [deleted] => 0
)