Handekzem

Doppelt gestraft

Von Charlotte Klingenthal · 2014

Die Betroffenen von Handekzemen leiden oft sehr lange unter ihrer Krankheit, ehe ihnen adäquat geholfen werden kann. Dabei machen ihnen nicht nur die körperlichen Symptome das Leben schwer, auch unsere Gesellschaft trägt durch Unwissen und Ablehnung dazu bei. Dabei müsste das gar nicht sein. Wir erläutern, um was es bei der Krankheit geht.

Gepflegte Hände gelten für viele Menschen, ähnlich wie schöne Zähne, als persönliche Visitenkarte. Schwer wiegt dieses Wissen für die Betroffenen von Handekzemen. Wer daran erkrankt, muss ein dickes Fell haben, weil sich die Behandlung und Versorgung des Ekzems mitunter sehr schwierig gestaltet. Es gibt viele verschiedene Ursachen, die zu der akuten oder chronischen Entzündung an den Händen führen können. Die Suche nach dem Knackpunkt gestaltet sich dabei häufig so schwierig, dass oft erst nach einigen Jahren erfolgreich therapiert werden kann. Bis dahin durchlaufen die Betroffenen eine schwere Zeit.

Eine große Belastung für die Psyche

Menschen mit Handekzemen müssen sich trotz steigender, gesundheitlicher Aufklärung auch in der heutigen Zeit noch immer mit der Stigmatisierung und völlig falschen Vorstellungen ihrer Krankheit auseinandersetzen. Scham und die Angst vor Ausgrenzung sind neben den körperlichen Beschwerden lästige Begleiterscheinungen der mangelnden Aufklärung. Zwar handelt es sich bei dem Ekzem um eine entzündliche Hautveränderung der obersten Hautschicht, doch den Betroffenen kann man weiterhin unbesorgt die Hand reichen, denn ansteckend ist die Krankheit in keinem Fall.
Neben einer anlagebedingten Barriereschädigung der Haut kommen auch Reizungen durch Haarfärbemittel, Cremes, Parfums oder andere Säuren und Laugen infrage. Auch Waschmittel oder Allergien auf Stoffe wie Nickel oder Latex können Auslöser sein. Ein wichtiger Faktor, der die Krankheit begünstigt, ist trockene Haut. Menschen, die sich sehr häufig waschen oder in trockenen Räumen aufhalten, erkranken leichter an Ekzemen, da bei ihnen der Säureschutzmantel der Haut gestört ist.
Typisch für die Krankheit ist der Verlauf in verschiedenen Phasen. Dabei ist die akute, entzündliche Phase durch starken Juckreiz, Schmerzen und Rötungen gekennzeichnet. Es können sich auch Bläschen bilden oder es kann zu schmerzhaften Rissen und Verhornungen der Haut kommen. Die Krankheit und ihr Schweregrad verlaufen demnach immer sehr individuell.

Die Behandlung gestaltet sich umfangreich

Wenn festgestellt wurde, ob der auslösende Faktor endogen, also durch innere Einflüsse, oder exogen, durch reizende Stoffe oder Chemikalien verursacht ist, spielt neben nicht reizender, rückfettender Hautpflege auch die äußerliche Anwendung mit wirkstoffhaltigen Salben eine große Rolle. Auch Verfahren wie die Lichttherapie oder eine innerliche, systemische Therapie können infrage kommen. In jedem Fall muss der auslösende Faktor sofort gemieden werden.
Wer vorbeugen will, sollte gerade bei Berufen wie Krankenpflege, Friseur und Metallverarbeitung die frühzeitige betriebsärztliche Beratung nutzen. Durch konsequente Nutzung von Hautschutz und Pflegecremes, sowie das Unterlassen von übertriebenem Reinigen, können berufliche bedingte Ekzeme oft schon im frühen Stadium gebessert werden. 

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