Schuppenflechte

Die Seele leidet mit

Von Katja Müller · 2016

Am 29. Oktober ist Welt-Psoriasistag. Rund um dieses Datum informieren Kliniken, Hautärzte und Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland bei Veranstaltungen über die Schuppenflechte. Aus gutem Grund, denn um diese Hauterkrankung ranken sich noch immer viele Mythen und Vorurteile. Sie machen das Leben von Betroffenen unnötig schwerer.

Unsere Haut erneuert sich etwa alle vier Wochen. Bei Menschen, die unter Psoriasis leiden, reagiert der Körper jedoch mit einer Entzündung, in deren Folge die Hautzellen sich deutlich schneller teilen. Allein in Deutschland leiden Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Menschen unter der chronischen Krankheit. Dabei entstehen vor allem an Kopf, Ellenbogen, Knien, Bauchnabel und Gesäßfalte rote, schuppige Stellen. Die Folgen: starker Juckreiz, Spannungsgefühle und Schmerzen. In einigen Fällen kommen Begleiterkrankungen wie Psoriasis-Arthritis, Blut­hochdruck und Diabetes hinzu.

Quelle: Lebwohl MG, Mai 2014

Diskriminierung und Erniedrigungen im Alltag

Schuppenflechte ist nicht ansteckend; die entsprechende Veranlagung wird vererbt. Um Symptome auszulösen, müssen in der Regel andere Einflüsse wie beispielsweise Infektionen, bestimmte Medikamente oder Stress hinzukommen. Auch Übergewicht, Alkoholkonsum und Rauchen gelten als Risikofaktoren. Hinter den Symptomen steckt daher nicht etwa mangelnde Hygiene, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. Dennoch berichten Betroffene immer wieder von Diskriminierung im Alltag. In einer jüngst veröffentlichten Umfrage des Pharmaunternehmens Novartis geben 41 Prozent der deutschen Teilnehmer mit Schuppenflechte an, nach Ansteckungsgefahren gefragt zu werden. 36 Prozent sagen, sie würden angestarrt und ganze 17 Prozent haben bereits die Erfahrung gemacht, dass andere ihnen nicht die Hand geben wollten. Der Welt-Psoriasistag will aufklären. Auch Prominente wie Kim Kardashian und Cara Delevingne verschaffen der Krankheit nötige Aufmerksamkeit.

Therapien können nicht heilen, aber lindern

Nach derzeitigem Stand der Medizin ist Psoriasis unheilbar. Wer die erbliche Veranlagung dazu hat, muss im Laufe seines Lebens immer wieder mit Schüben rechnen. Allerdings können die Symptome gelindert werden. In vielen Fällen helfen Cremes, Gels und Salben, die Wirkstoffe wie Teer, Kortison, Vitamin-D3- oder Vitamin-A-Abkömmlinge beinhalten. Viele Patienten entscheiden sich zudem für die Balneo-Phototherapie, eine Behandlung mithilfe von Licht und salzhaltigen Bädern oder die Lichttherapie mit UV-B-Strahlen. Noch relativ neu ist die Lichtimpfung, bei der die Haut mit Blaulicht ohne UV-Anteile behandelt wird und deren Wirkung im Erfolgsfall monatelang anhalten soll. Zudem gibt es unterschiedliche Medikamente, die entweder als Spritze oder in Tablettenform verabreicht werden können. Durch die Beratung und Hilfe eines kompetenten Hautarztes kann die Krankheit eingedämmt werden.

Anzeige
Array
(
    [micrositeID] => 32
    [micro_portalID] => 26
    [micro_name] => Gesunde Haut
    [micro_image] => 1616
    [micro_user] => 1
    [micro_created] => 1468333016
    [micro_last_edit_user] => 0
    [micro_last_edit_date] => 0
    [micro_cID] => 1091
    [micro_status] => 1
    [micro_cache] => 0
    [deleted] => 0
)