Psoriasis

Die Psyche in den Fokus rücken

Von Tobias Lemser · 2017

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland haben eine Schuppenflechte. Sie ist häufig mit einem immensen Leidensdruck verbunden, das betont auch die WHO in ihrem ersten Psoriasis-Bericht. Und Forscher aus Kanada haben herausgefunden, dass gerade die Psyche für das Auslösen von Entzündungsprozessen eine Rolle spielt.

Wer hat nicht darauf gewartet, nun endlich mit dem Start in die Sommersaison in leichte, kurze Klamotten zu schlüpfen. Für die meisten beginnt genau jetzt die schönste Zeit des Jahres. Jedoch eben nicht für jeden: Insbesondere für Menschen mit Psoriasis kostet es viel Überwindung, locker bekleidet draußen herumzulaufen, geschweige denn ins Freibad oder an den Strand zu gehen. Nicht selten leiden Betroffene unter entzündeten und zugleich juckenden Hautarealen, die mit silbrig glänzenden Schuppen übersät sind. Besonders häufig trifft es Hautpartien im Ellbogen- und Schienbeinbereich.

Psoriasis macht einsam

Wie groß die Stigmatisierung der Betroffenen durch Schuppenflechte ist, verdeutlicht der erste weltweite Bericht zu Psoriasis, den die Weltgesundheitsorganisation WHO 2016 veröffentlicht hat. Der „Global report on psoriasis“ zeigt in einigen Ländern eine Zunahme an Betroffenen und weist darauf hin, dass sie in ihrem Alltag stark beeinträchtigt sind. Die Folgen: Selbstzweifel und Vereinsamung. Die WHO fordert daher, der psychischen Komponente der Krankheit mehr Beachtung zu schenken und die Datenlage zur Psoriasis zu verbessern. Dies sei notwendig, um etwa die medizinische Forschung weiter vorantreiben zu können. Denn: Noch ist die Schuppenflechte, von der in Deutschland rund zwei Millionen Menschen betroffen sind, nicht heilbar.  

Nicht auf die Haut beschränkt

Was die genauen Ursachen anbelangt, gibt die in Schüben verlaufende Psoriasis noch Rätsel auf. Eine genetische Veranlagung spielt eine Rolle. Was jedoch erwiesen ist, viele aber nicht wissen: Psoriasis kann sich auch auf Gelenke und andere Organe niederschlagen. Etwa jeder fünfte Patient leidet auch unter einer Psoriasis-Arthritis. Häufig kommt es dann zu schmerzhaften Schwellungen der kleinen Finger- oder Zehengelenke. Ebenso können die Kniegelenke oder die Wirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen sein. Fakt ist: Bleibt eine Psoriasis-Ar­thritis unbehandelt, riskieren Betroffene, dass die Gelenke zerstört werden oder sich die Wirbelsäule versteift. Eine aktuelle Studie aus Kanada belegt, dass Menschen mit Schuppenflechte und Depression ein um 37 Prozent höheres Risiko haben, auch an Psoriasis-Arthritis zu erkranken. Der Grund: Depressionen selbst können Entzündungsreaktionen hervorrufen, sodass die Symptome der Schuppenflechte und der Psoriasis-Arthritis verstärkt oder begünstigt werden können. Die Autoren der Studie fordern daher, dass Ärzte auch die mögliche Aktivierung der Entzündungsprozesse durch eine Depression in ihrer Behandlungsstrategie berücksichtigen.

Symptome gut behandelbar

Ist vordergründig die Haut von der Schuppenflechte betroffen, zeigen kortisonhaltige Gels, Salben oder Cremes eine gute Wirkung. Bei mittelschweren Formen gehört die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht zur Basistherapie. Allerdings geht es auch UV-frei mithilfe von blauem LED-Licht, mit denen betroffene Hautstellen vom Patienten selbst lokal behandelt werden können. Mit dem Ziel, körpereigene Prozesse zu stimulieren und so die Symptome der Schuppenflechte zu lindern. Auch tägliche kurze Sonnenbäder können die Haut beim Heilungsprozess unterstützen. Sonnenstrahlen verlangsamen die übermäßige Produktion von Hautzellen. Aber Achtung: Bei längeren Aufenthalten muss die Haut mit Sonnenschutzprodukten für überempfindliche Haut geschützt werden. Neben dem erhöhten Hautkrebsrisiko können sich sonst die Symptome der Psoriasis sogar noch verschlimmern – auch hier kommt es wie so oft auf die richtige Dosierung an, damit Betroffene die warme, sonnige Jahreszeit trotzdem in vollen Zügen genießen können.

Tipps zur Hautpflege bei Schuppenflechte

  • Schützen Sie Ihre Haut vor Austrocknung.

  • Verzichten Sie auf ausgedehnte heiße Dusch- und Wannenbäder.

  • Benutzen Sie zur Reinigung der betroffenen Hautareale parfümfreie, rückfettende und pH-neutrale Waschlotionen.

  • Versorgen Sie die Haut mit Feuchtigkeit und Fett. Hierfür eignen sich glycerin-, hyaluronsäure- und harnstoffhaltige Cremes und Salben.

  • Bekleiden Sie sich mit Stoffen aus Naturfasern oder atmungsaktiven Geweben. So vermeiden Sie einen Hitze- und Feuchtigkeitsstau auf der Haut.

  • Wählen Sie Kleidungsstücke und Schuhe, die nicht zu eng sitzen, da mechanische Reize die Symptome auslösen können.

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